Immer wieder wird in den Medien über neue Horrorfahrten im Toyota berichtet. Die Zahl der Menschen, deren Wagen der Automarke angeblich unbeabsichtigt beschleunigt, steigt stetig an. Doch die Fälle sind mehr als unglaubwürdig. Auffällig ist auch, dass es sich in allen Fällen um US-Amerikaner handelt und es vor allem ältere Menschen sind, die das Fahrzeug lenken. Da ist es nicht verwunderlich, dass begründete Zweifel aufkommen.

 

Auffällige Ähnlichkeit zu dem Vorfall bei Audi

 

Mittlerweile erinnert es immer mehr an das Debakel, dass Audi vor Jahrzehnten in den USA erleben musste. Auch dem Konzern erging es ganz ähnlich und auch sie mussten ihre Autos zurück in die Werkstatt rufen. Angeblich sollte es auch hier Ende der 1970er und Anfang der 1980er zu einer Unfallserie aufgrund klemmender Gaspedale gekommen sein. Betroffen war der Typ Audi 100, der in den USA als Audi 5000 vertrieben wurde. Schließlich bestätigte die US-Sicherheitsbehörde erst Jahre später, dass es sich nicht um einen technischen Defekt handelte, sondern um einen Bedienungsfehler der Fahrzeugführer. Diese hatten das Bremspedal mit dem Gaspedal verwechselt. Nach der Serie der Negativschlagzeilen brachte dem Unternehmen diese Erkenntnis wenig, da es mehr als ein Jahrzehnt gedauert hat, bis sich die Umsatzeinbußen wieder erholten. Da Toyota weit stärker auf dem US-Markt präsent ist, wird es sie womöglich nicht so hart treffen.

 

Prius-Horrorfahrt wohl nur ein Schwindel

 

Der Wendepunkt in der Berichterstattung der Medien könnte ein Vorfall in den USA mit einem Toyota Prius sein. Über diesen wurde weltweit ausführlich und sensationsheischend berichtet. Seit Wochen hielten die dramatischen Szenen die Amerikaner in Atem. James Sikes rast hilflos mit seinem außer Kontrolle geratenen Toyota Prius über den Highway bei San Diego. Bei einer Geschwindigkeit von 150 km/h alarmierte er die Notrufzentrale und und erklärte verzweifelt, dass er mit aller Kraft auf das Bremspedal getreten habe und das sein Gaspedal klemme. Er wisse nicht weiter. Angeblich habe ihn dann ein Polizist mit seinem beherzten Eingreifen geholfen, indem er sich vor den Wagen setzte und diesen ausbremste. Doch die Realität sieht anders aus. Der Polizist hatte ihm lediglich per Megaphon zugerufen, dass er das Gas- und Bremspedal gleichzeitig treten solle. Getan hat er dies, wie Untersuchungen zeigten. Jedoch tat er es rund 250 Mal in schnellem Wechsel. Somit betätigte er die Bremse leicht um dann sofort wieder Vollgas zu geben.

Bestätigt sich diese Version des Autoherstellers ist dieser Fall wohl der Beginn eines Gegenschlages. Seit Januar hat das Unternehmen aufgrund der angeblichen Unfallserie durch einen angeblichen technischen Defekt heftige Prügel einstecken müssen. Zwischenzeitlich waren sie an die Spitze des US-Marktes geklettert. Konzernchef Akio war Ende Februar sogar persönlich vor dem US-Kongress in den Zeugenstand getreten, um die Verantwortung für Sicherheitsspannen zu übernehmen. Dies hatte weltweit zu einem Rückruf von über acht Millionen Fahrzeugen geführt.

 

Klagewelle rollt

 

Der Marktanteil Toyotas fiel während des Debakel auf 13 Prozent und erzielte damit den schlechtesten Wert seit fünf Jahren. Ford übernahm die Spitze und auch General Motors konnte zulegen. Ebenfalls rollte eine Klagewelle auf den japanischen Autohersteller zu. Alleine im Februar hatten sich rund 1800 US-Bürger bei der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA gemeldet und über Probleme geklagt.

Nun bleibt abzuwarten was die weiteren Untersuchungen des Autokonzerns ergeben. Doch es scheint, als gäbe es für Toyota Licht am Ende des Tunnels.